Warum Bilder so wichtig für uns sind

Mit eigenen Augen sehen

Das Sehen ist einer der wichtigsten Sinne des Menschen. In jeder Millisekunde nehmen wir Eindrücke und Bildinformationen auf und verarbeiten diese. Sie werden als Erfahrungen gespeichert und wecken Gefühle. Dinge, die wir sehen, begreifen wir oft viel besser, als wenn wir nur davon hören.
Sehen wir ein weinendes Kleinkind oder niedliche Hundewelpen, reagieren wir unwillkürlich emotional. Bilder lösen Emotionen aus. Das müssen nicht immer bei allen Menschen dieselben Emotionen sein, denn unsere Erfahrungen sind unterschiedlich. Liebt jemand seinen Hund wie ein Familienmitglied, wird er das gezeichnete Porträt eines Hundes anders „bewerten“, als jemand, der Angst vor Hunden hat, weil er beispielsweise als Kind gebissen wurde.
So haben wir mitunter sehr verschiedene Assoziationen mit bestimmten Motiven. Der Pilz beispielsweise könnte jemanden an seine Kindheit erinnern, weil er/ sie damals oft mit den Großeltern Pilze im Wald gesammelt hat. Daran muss ich oft denken, weil meine Schwiegermutter mir von dieser Erinnerung erzählte. Doch für mich persönlich steht der Pilz mehr für den Wandel der Jahreszeiten und das feuchte Herbstfeeling mit Moos und Flechten, das ich so mag.

mein „Herbstliebling“

Bedeutung eines Bildes

So oder so, wir nehmen unsere Welt in Bildern wahr und wir beurteilen, was wir sehen. Jeden Tag bedeutet das viel Input, der verdaut werden will. Warum also hängen wir uns auch noch Bilder an die eigenen Wände? Weil wir hier für Motive sorgen, die gezielt die Emotionen auslösen, die wir als angenehm empfinden. Und auch das ist selbstverständlich für jeden etwas anderes. Aus diesem Grund tue ich mich schwer, die Qualität von Kunst in ihrer Aussagekraft zu messen. Denn was für den einen Bedeutung hat, muss es für den anderen nicht zwangsläufig auch haben.
Was mich fasziniert, ist gerade diese Unterschiedlichkeit- Menschen stehen vor demselben Werk und deuten es völlig anders, empfinden es völlig anders. Vielleicht weil sie ihre eigenen gespeicherten Erfahrungen darin wiederfinden oder es sie an etwas Erlebtes erinnert. Das geschieht oft nur unterbewusst und wir können gar nicht genau in Worte fassen, warum es bestimmte Gefühle in uns weckt. Ohne Gefühle jedoch wäre das Leben sinnlos und grau. Dabei hat jedes Gefühl seine Berechtigung und muss nicht gerechtfertigt werden.

„Schwebend“ steht diese Qualle fast still in der Tiefe des Meeres.

Das Gefühl muss stimmen.

Es ist meiner Meinung nach völlig legitim, sich ein Bild zu kaufen, weil man es „einfach nur“ schön findet. Ohne tiefergehende Bedeutung oder Botschaft, die man damit ausdrücken möchte. Vielleicht passt es besonders gut an diese eine Wand weil Format, Farben und Stil perfekt mit deiner Einrichtung harmonieren. Das ist ein verständlicher Beweggrund, sich für ein Werk zu entscheiden. Doch meist steckt mehr dahinter- wenn auch unbewusst.

Schau dir die Bilder an deiner Wand an und frage dich, was du beim Anblick fühlst. Wenn du auf der Suche nach einem neuen Bild bist, frage dich, welches Gefühl es dir bringen soll. Was soll es ausstrahlen, woran soll es dich erinnern? Welche Bedeutung soll es für dich haben? Das bedeutet nicht, dass jeder andere diese Bedeutung auch erkennt. Aber jeder andere wohnt schließlich auch nicht bei dir und darf sich gerne für sein Zuhause etwas anderes aussuchen.
Doch gerade diese Unterschiede können auch für sehr spannende Gespräche sorgen und deinen Besuchern Geschichten entlocken, die sie sonst wahrscheinlich nicht erzählt hätten.

gez. Katharina

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