Mein Gezeichnet-Manifest

Was mich und diese Marke ausmacht

Werdegang

Ursprünglich habe ich einfach gerne gezeichnet und gemalt und das nur für mich. Nicht für andere, nicht zum Verkaufen. Der Grund, weshalb sich das geändert hat, hängt mit der Bedeutung zusammen, die meine Bilder für mich persönlich haben.
Als mir bewusst wurde, dass ich eigentlich die ganze Zeit versuche, meinen eigenen Stil zu finden, begann die Reise für gezeichnet KBN. Meinen Stil nicht nur in Bezug auf die Art meiner Bilder, sondern viel mehr die Art, wie ich lebe, wohne, wie ich selbst aussehe und mich verwirkliche.

Mit der Zeit konnte ich mich davon verabschieden, ausschließlich so zu sein, wie ich dachte, dass andere es von mir erwarten würden. Es kam der Gedanke auf, dass mein Zuhause nicht so aussehen muss, wie jedes beliebige andere und dass ich mich dafür nicht rechtfertigen muss.
Meine Bilder zeigen das, was ich fühle, denke, was ich mag und was mich beschäftigt. Das trifft auch auf meine Tattoos zu. Mein Zuhause enthält Erinnerungsstücke, Dinge mit Geschichte, Mitbringsel, Erbstücke… sehr viel mehr Persönliches, als einfach nur Deko. All das muss niemand anderem gefallen und niemand anderem so viel Wert sein, wie mir.

Erkenntnis

Diese Erkenntnis schlich sich mit der Zeit ein. Dazu kam das Gefühl unheimlich starker Erleichterung, mich nicht mehr verbiegen zu müssen, um zu gefallen.
Das wiederum führte zu dem Gedanken, dass es sicher noch mehr Menschen so geht. Bekanntermaßen werden auch Depressionen immer verbreiteter weil ein großer Teil der Menschen einfach unglücklich ist. Warum? Das mag tausend Gründe haben aber einer ist möglicherweise der, dass man sein Leben nicht so frei lebt und bestimmt, wie man es sich wünscht. Leistungsdruck, Stress, Zeitmangel, Erfolgsdruck… Es ist unrealistisch zu denken, man könnte sich von allen gesellschaftlichen Bedingungen frei machen. Natürlich müssen die allermeisten von uns im Job Leistung bringen und können das nicht einfach abstellen.

Was man aber sehr wohl kann, ist im eigenen Zuhause so zu leben, wie man es für sich selbst fühlt. Beige und Bast ist modern, also muss ich mich so einrichten? Nein, eben nicht. Niemand anders bestimmt darüber, außer mir selbst. Das gibt mir nicht nur ein Stück Freiheit, sondern wirklich einen Safe-Space, der mir aus der Seele spricht. Aber was denken die Anderen, wenn ich es anders mache? Wenn ich alle Wände schwarz streiche, mir die Haare blau färbe, die Stirn tätowiere und nur noch pinke Kleidung trage…? Keine Ahnung, wer was denkt. Es spielt keine Rolle. Vielleicht gefällt es manchem. Doch falls nicht- es spielt keine Rolle denn es ist für MICH.

Äußere Reize

Nicht nur die Meinungen und Kritik anderer Menschen hat mir zeitweise zu schaffen gemacht, sondern auch noch etwas anderes: Menschenmengen, Geräuschkulisse, Gespräche, Ablenkung etc… = Reizüberflutung.
Ich kann an zig verschiedenen Baustellen gleichzeitig arbeiten und mich auf mehrere Dinge konzentrieren. Doch wenn die äußeren Reize zu viel werden, 3 Leute parallel auf mich einreden, während laute Musik läuft und ich eigentlich mit dem Kopf gerade ganz woanders bin, dann kann ich das nicht gut verarbeiten.
Die Folge ist manchmal, wenn es einen gewissen Punkt erreicht, dass ich gedanklich komplett abschalte und die Situation verlasse, um mich wieder sortieren zu können. Quasi einmal durchatmen und dann neu starten.
Was mir dabei hilft, ist ein Ort, ein Lieblingsplatz, an den ich mich dann begebe für eine kurze Pause- eine Stelle, an der ich für mich bin und von nichts großartig abgelenkt werde. Ruhe, Stille, damit die Gedanken sich beruhigen können.

Das Leben ist oft genug laut, bunt, schrill und hektisch. Vielleicht sind meine Zeichnungen deshalb mit der Zeit auch immer ruhiger geworden- als Gegenpol dazu, dass mir das Rundherum manchmal zu aufgeregt erscheint.

Befreiungsschlag

Das wirklich zu verstehen war für mich ein Aha-Erlebnis wie kein anderes und ein wahrer Befreiungsschlag. Das gibt mir tiefe Zufriedenheit und das Gefühl, mich ausleben zu können und nicht verstecken zu müssen.

Mit so vielen Dingen bin ich in meiner Umgebung angeeckt: mit Tattoos, Haarfarben, Kleidungsstil, Wandfarben, sogar Bodenbelägen und der Einrichtung meines Badezimmers. Ich bin auf Unverständnis und Kritik gestoßen und belächelt worden, weil ich etwas „anders“ gemacht habe, weil ich zu pessimistisch war oder zu optimistisch, zu naiv, zu leise, zu laut, zu ungeschminkt, zu alles mögliche… Heute frage ich mich: Woher hat jemand das Recht, mich dafür zu kritisieren und warum sollte mich das interessieren?

Wenn ich schon viele Umstände meines eigenen Lebens nicht beeinflussen kann, warum denn nicht wenigstens meinen eigenen Körper und mein eigenes Zuhause?

Und daran erinnern mich meine Tattoos, meine Wohnungsgestaltung, meine Bilder. Denn auch der Schritt in die Selbstständigkeit mit eben diesen Bildern mag nicht für jeden nachvollziehbar sein- doch das spielt keine Rolle.

Was spielt also eine Rolle?
Meine Selbstwahrnehmung, meine Selbstachtung, mein Selbstwertgefühl und meine Selbstverwirklichung in meinem eigenen Zuhause. Das sind sehr viele „Selbst“ weil es genau das ist, was wirklich eine Rolle spielt: Du selbst.

gez. Katharina

P.S.: Bau dir deinen eigenen Safe-Space.

Aus diesem Grund ist auch der „Leitfaden für dein Safe-Space-Zuhause“ entstanden. Schaffe dir deinen Ort, an dem du dich nicht verbiegen musst, an dem du Kraft tanken und dem Stress von außen entgehen kannst. Ohne schlechtes Gewissen, ohne Rechtfertigung. Dafür aber mit Selbstwertgefühl und dem Wissen, du bist gut so, wie du bist.

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