Ich habe schon oft und lange darüber nachgedacht, was mir eigentlich wirklich wichtig ist. Nicht nur in Bezug auf mein Business, sondern auch privat und persönlich. Bis vor rund einem Jahr habe ich in einem ganz anderen Beruf gearbeitet, in dem mir irgendwie der Sinn fehlte. Auf die Frage, wer ich bin, wusste ich nur die Antwort „Katharina, Augenoptikerin“. Doch eine Berufsbezeichnung kann doch nicht alles sein, das einen Menschen ausmacht. Außerdem bin ich Ehefrau und Mutter- selbstverständlich ist das mein Lebensmittelpunkt. Das ist mir überaus wichtig. Aber es ist nicht das einzige, das mich ausmacht.
Als ich meinen Beruf an den Nagel hängte, musste ich die Frage, wer ich bin, neu beantworten.
- Frau und Mutter bleibt natürlich und das sagt auch viel über Werte aus. Doch wer bin ich noch?
- Zeichnerin. Künstlerin klingt manchmal immer noch etwas eingebildet- auch wenn es nur ein Fakt ist. Aufs Zeichnen und Malen könnte ich nicht mehr verzichten.
- Unternehmerin. Auch das klingt eingebildet und fühlt sich sehr hochgegriffen an. Aber faktisch ist es so.
- Verkäuferin. Das Wort mag ich gar nicht. Doch ich verkaufe meine Bilder, also bin ich eine Verkäuferin. Und den Kontakt zu Kunden mag ich sehr wohl.
- Gärtnerin. Nicht im Sinne eines gelernten Berufs. Ich arbeite daran, aus unserem Hinterhof einen Naturgarten zu machen. Der ökologische Gesichtspunkt und die Förderung der Biodiversität sind mir wichtig.
- Ehrenamtliche Helferin. Beispielsweise im Förderverein der Grundschule meiner Tochter. Gelegentlich auch fürs Tierheim und für ein Frauenhaus.
- Home-Office-Büro-Tante. Und das hätte ich niemals gedacht. Ich verbringe deutlich mehr Zeit am PC, als ich mir je hätte vorstellen können. Ich dachte immer, das liegt mir überhaupt gar nicht. Doch es klappt irgendwie. Buchhaltung, Hausverwaltung, Finanzen, Orga, Marketing…
- Hausfrau. Ja, das bin ich auch. Fast vergessen. Sieht man den Wäschebergen auch manchmal an.
- Vermieterin. Auch das hab ich früher nicht kommen sehen. Das Gute daran, eine kleine möblierte Wohnung zu vermieten: Man kann sich dekorativ austoben wenn die eigene Wohnung voll ist. 🙂
- Reisende. Nicht nur, weil wir gerne Urlaub machen. Das tun wir als Familie tatsächlich aber wer nicht… Das ganze Leben ist ja irgendwie eine Reise. Es geht darum, genau diese Dinge zu finden, die man als wichtig erachtet. Ein bisschen was von der Welt zu sehen, ist mir durchaus auch wichtig.
- Kreative. Nicht nur in Bezug auf das Zeichnen. Upcycling steht auch ganz oben auf meiner Interessensliste. Ich mag es sehr, aus alten Dingen wieder etwas Sinnvolles zu machen und bereits vorhandene Ressourcen neu zu verwenden. Wegwerfgesellschaft sehe ich etwas kritisch aber dazu gibt es einen eigenen Artikel. Außerdem bedeutet Kreativität auch, kreative Lösungen für verschiedenste Probleme und Situationen zu finden- ich denke, das kann ich ganz gut.
- Freundin. Ohne meine Freunde würde es mir nur halb so gut gehen. Soziale Kontakte sind wichtig, echte Freunde sind unersetzlich.