Komfortzone Ruhe

Warum es Bleistiftzeichnungen sind

Immer wieder male ich auch Leinwandbilder mit Pinsel und Farben und das hat durchaus seinen Reiz. Doch meine echte Passion sind eigentlich der Bleistift und ein dickeres, großes Blatt Papier. Am besten recyceltes Umweltpapier. Warum „nur“ ein Bleistift? Das klingt vielleicht langweiliger oder wenig spektakulär. Vielleicht ist es auch genau das- unaufgeregt. Roh und echt. So fühlt es sich für mich an.

Jeder Tag ist voller Lärm und Sinneseindrücken aus allen Richtungen. Da tut etwas Ruhiges gut. Eine Zeichnung, die wenig farbige Anteile enthält und hauptsächlich mit Blei- oder Kohlestift entstanden ist, strahlt Zurückhaltung aus. Und trotzdem kann sie in ihren Details sehr spannend sein. Nicht so laut, wie ein buntes Gemälde mit zig verschiedenen Farben und Formen und Elementen, die fokussiert werden wollen.
Eine graue Zeichnung mit vielleicht kleinen Farbklecksen wirkt leise, doch interessant, aber nicht aufdringlich. Sie kann starke Aussagekraft haben und beim Betrachten etwas in dir auslösen, ohne schrill zu sein. Sie fügt sich in ihre Umgebung ein, passt sich deinen Wänden an, sticht je nach Größe nicht sehr heraus. Umso größer ist der Effekt der beruhigenden Wirkung. Du schaust sie an und deine Gedanken verlieren sich in ihren Strichen. Die gezeichnete Struktur erzählt eine Geschichte, der du deine eigene Bedeutung geben kannst.

Ein Motiv kann ganz unterschiedlich dargestellt sein: dezent, hell und minimalistisch mit wenigen Linien oder ganz detailliert, dunkel, stark und ausgefüllt. Besonders ergreifend und anziehend wirken die Zeichnungen, die in Etappen aus mehreren Schichten entstehen. Der ersten groben Skizze folgen immer feinere Ausführungen und lassen das Gesamte echter und greifbarer werden. Sie scheinen ein Eigenleben zu entwickeln und wollen sich ausdrücken, eine Botschaft vermitteln und dich in ihren Bann ziehen.
Sich damit zu umgeben, solch ein Bild an die eigene Wand zu hängen, löst ein echtes Wohlgefühl aus. Es macht den Unterschied zwischen „irgendeine Wohnung“ und „mein Zuhause, mein Safe-Space“.

gez. Katharina

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