Negative Glaubenssätze, die ich überwunden habe

Man redet sich so vieles ein, was man alles nicht kann, nicht schaffen wird, nicht hinbekommt. Warum sind wir so negativ eingestellt? Oder trifft das etwa nur auf mich zu?
Vielleicht brennen sich negative Erfahrungen einfach stärker in unsere Erinnerung ein, als positive und unser Unterbewusstsein schließt daraus „das kann ich nicht“, nur weil etwas Ähnliches einmal nicht geklappt hat. Das wäre eine Erklärung. Doch es lohnt sich, diese Glaubenssätze zu hinterfragen und sich anzuschauen, ob sie wirklich wahr sind.

Hier kommen einige der Gedanken, die mich lange blockiert haben, weil ich sie als unumstößliche Tatsache angenommen hatte:

  1. Für meine Bilder würde doch niemand Geld bezahlen.
  2. Ich kann keinen anderen Beruf ausüben, als den, den ich in der Ausbildung gelernt habe.
  3. Neue, verantwortungsvolle Aufgaben überfordern mich.
  4. Haushalt, Kind und Selbstverwirklichung geht nicht gleichzeitig.
  5. Ich muss mich anpassen und mich so verhalten, wie andere es von mir erwarten.
  6. Es ist zu eigennützig und unwichtig, mich um mich selbst zu kümmern.
  7. Ich kann nicht nein sagen.
  8. Ich habe kein Talent und bin in nichts gut genug.
  9. Im Erwachsenenalter findet man keine neuen Freunde mehr.
  10. Ich werde niemals eine meiner Ideen als Buch veröffentlichen.
  11. Verkaufen ist unangenehm.
  12. Ich brauche keinen Garten. Auf die Arbeit habe ich keine Lust.

Wahrscheinlich gibt es noch ungefähr hundert andere Punkte, die mir noch gar nicht bewusst sind. Doch diese hier sind schonmal erfolgreich vernichtet. Das stärkt das Selbstbewusstsein und sorgt für neue Motivation, Projekte anzugehen und einfach mal zu machen- nach dem Motto „könnte ja gut werden“.
Im Nachhinein frage ich mich, warum diese Glaubenssätze überhaupt entstanden sind. Ohne sie wäre manches sicher leichter gewesen. Doch die schleichende Entwicklung, die irgendwann zu einer felsenfesten Überzeugung wird, bekommt man selbst nicht bewusst mit. Dementsprechend ist sie schwer zu beeinflussen.

Seit meiner Kindheit habe ich immer schon gerne gemalt aber nie daran geglaubt, damit andere begeistern zu können. Die meisten Kinder malen und es wird selten ein Beruf daraus. Stattdessen wurde ich Augenoptikerin. Nicht unbedingt mit Herzblut, aber mit Verantwortungsbewusstsein. Die Aussicht auf die Jahrzehnte bis zur Rente erschienen mir wenig reizvoll aber ich dachte, ich kann schließlich nichts anderes- wie soll ich also etwas verändern…
Kommt dir dieser Gedanke bekannt vor?


Die Vorstellung, ich würde meine eigenen Bilder verkaufen, mich zuhause um Kind und Haus und Buchhaltung kümmern, wäre mir damals völlig absurd vorgekommen. Das hätte ich mir wirklich nicht vorstellen können. Und trotzdem hat es sich so entwickelt. Zum Glück. Jeder kleine Schritt in die richtige Richtung hat dazu beigetragen, diese negativen, blockierenden Glaubenssätze aufzulösen. Sie verblassen nach und nach und die alten Erinnerungen verlieren an Bedeutung. Das heißt nicht, dass diese Erlebnisse nicht wichtig waren- sie haben mich geformt. Aber andere eben auch.
Es zählt nicht nur, woran man scheitert, sondern auch, woran man wächst. Und wo einen dieses Wachsen hinführt. Das klingt jetzt vielleicht sehr philosophisch. Pragmatischer ausgedrückt: Denk nicht immer nur an das Schlechte.

gezeichnet Katharina

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